Alte Burg - Keltische Fliehburg

Beschreibung

Die "Alte Burg" von Rodalben. Auf der Südseite der Stadt Rodalben, geographisch angelehnt ans Grünbühl, ragt ein bewaldetes Felsmassiv in nördlicher Richtung in das Tal. Sein Flurname "Entenstein" wird von Geologen und Historikern als "Anti-Stein" (gegen die Angreifer gerichtet) definiert, zum Teil auch von "Enzenstein" (gewaltiger Stein) abgeleitet. Dieses Felsmassiv wird im Volksmund "Alte Burg" genannt und ist unter dieser Bezeichnung auch in den topografischen Wanderkarten der Pfalz verzeichnet.

Der Wanderer wird dort aber vergeblich nach einer Ruine oder Burg suchen, denn laut eines Berichtes des Geschichtsforschers Herrn Dr. Daniel Häberle aus dem Jahre 1910 handelt es sich bei der Alten Burg um eine vorgeschichtliche Fliehburg, auf die sich die keltische Ur-Bevölkerung des gesamten Tales mit all ihrem Vieh und samt tragbarer Habe bei Überfällen zurück ziehen konnte. Gegen Osten, Norden und Westen sind die Felswände sehr hoch und waren für damalige Verhältnisse fast unbezwingbar, so dass die Burg leicht zu verteidigen war. Nur gegen Süden, wo die Felswände beiderseits aufhören und wo der Bergkegel mit einem Bergsattel mit dem Grünbühl verbunden ist, war ein wirkungsvoller Angriff zu befürchten. Die gefährdete Stelle wurde, so schreibt Dr. Häberle, durch "Kunst in einen Verteidungszustand versetzt". Er schreibt weiter: "So waren also der Norden und Osten, sowie der Süden der Berghöhe gut gesichert. Und der Westen? Hier ist auf einer Länge von etwa 100 Schritt, bis an die an der nörlichen Seite aufsteigenden Felsen ein sehr breiter Einschnitt in die schiefe Ebene des Bergkegels gemacht und dadurch den Verteidigern ein etwa 20 Fuß breites, ebenes und überschaubares Gelände geschaffen worden. Hier konnte der Feind an der sehr steilen, westlichen Seite des Berges auch mit Absicht den Berg hinab geworfenen Felsstücken leicht abgehalten werden."

Von den mächtigen Felswänden kann sich der Wanderer heute einen Eindruck verschaffen, wenn er dem Rodalber Felsenwanderweg folgt, der von der Pfostenmarkierung 91 und 92 fast einen Kreis um die Alte Burg macht und kurz nach dem Pfosten 92 sogar über die oben beschriebene und vorgeschichtliche Wallanlage hinunter ins Hettersbachtal führt.

Der imposante Aussichtspunkt "Alte Burg" - dem Wanderer bietet sich hier ein wunderschöner Blick über Rodalben - wird sehr gerne zu einer Vesper auf dem Felsenwanderweg angelaufen.

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Felsen

Teufelstisch, Braut & Bräutigam, Jungfernsprung… die Namen und Legenden die sich um sie ranken sind fast so bizarr wie ihre Erscheinung. Der Bundsandstein und die daraus bestehenden Felstürme bestimmen die Landschaft des Pfälzerwalds. Entstanden sind sie im Perm und Trias vor über 250 Millionen Jahren, als sich über 500 m mächtige Sedimentschichten im Gebiet des heutigen Pfälzerwaldes abgelagert haben. Durch Beimengungen von Eisenoxid erhielten sie ihre charakteristische rote Farbe. Ihre heutige Form erhielten Sie durch die Erosion die seit 5 Millionen Jahren. Im Mittelalter dienten sie nicht nur als Sockel oder Fundament für die unzähligen Burgen, sondern wurden auf Grund ihrer leichten Bearbeitbarkeit, häufig in den Burgbau mit einbezogen.